Am Tag, an dem Sie sich zu einem stationären Aufenthalt in die Klinik begeben, melden Sie sich zunächst bei der Patientenaufnahme unseres Hauses an. Anschließend begeben Sie sich bitte auf die Ihnen zugewiesene Station, wo Sie vom Pflegepersonal begrüßt werden und ein Zimmer bzw. Bett erteilt bekommen. Nicht selten liegen übrigens in einem Mehrbettzimmer bzw. auf der gleichen Station auch Patient*innen anderer Fachrichtungen wie der Neurologie oder der Orthopädie. Diese werden dann auch von anderen Ärzt*innen als denen unseres Teams visitiert.

Im weiteren Verlauf wird eine Ärztin bzw. ein Arzt auf Sie zukommen und nochmals die Krankengeschichte erheben und Sie körperlich untersuchen. Falls dies zuvor bereits erfolgt ist, mögen Sie sich fragen, warum Sie noch einmal alles neu erzählen sollen bzw. warum Sie noch einmal untersucht werden. Der Grund hierfür ist, dass sich die Symptome seit der letzten Konsultation geändert haben könnten und dies möglicherweise die weitere Therapie/Operation beeinflusst. Das erneute ärztliche Gespräch gibt Ihnen auch nochmals die Möglichkeit wichtige Dinge nachzutragen, die vielleicht vorher keine Erwähnung fanden. Und ganz wichtig: Sie haben die Möglichkeit Fragen zu stellen. Nicht zuletzt findet dann – sofern noch nicht erfolgt und bei Ihnen ein operativer Eingriff vorgesehen ist – die ausführliche Aufklärung mit schriftlicher Einverständniserklärung statt. Hierbei stellen wir nochmals sicher, dass alle blutverdünnenden Medikamente, wie zuvor besprochen, fristgerecht pausiert worden sind.

Gegebenenfalls, werden im Verlauf des Aufnahmetages noch weitere Untersuchungen wie EKG oder Bildaufnahmen durchgeführt. Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Am Nachmittag sprechen Sie noch mit dem Narkosearzt (Anästhesist) und es wird festgelegt bis wann Sie noch essen und trinken dürfen und welche Medikamente am Morgen vor der Operation eingenommen werden sollen. Auch hier erfolgt eine schriftliche Aufklärung von anästhesiologischer Seite.

Sie sehen, dass dieser Tag vor der Operation mit wichtigen Tätigkeiten angefüllt ist, die alle letztlich Ihrer Sicherheit und dem Erfolg der Operation dienen. Ähnlich wie ein Pilot vor dem Start, geht ein Chirurg auch seine "Checkliste" durch bevor es losgehen kann.

Ihr stationärer Aufenthalt

  • Einweisung
  • Versicherungskarte
  • Arztbriefe, Vorbefunde, Röntgenbilder und Berichte Ihres Hausarztes bzw. einweisenden Arztes, anderer Kliniken oder Pflegeeinrichtung
  • Impfpass
  • Allergiepass
  • Personalausweis
  • Medikamentenliste
  • Adressen von Angehörigen
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht, falls vorhanden

Der Operationsplan steht gegen Nachmittag am Tag vor der Operation. Manchmal gibt es aber kurzfristige Änderungen am Tag der Operation aus logistischen oder technischen Gründen. Anders als am Flughafen, lassen sich Operationen zeitlich schwer exakt takten. Eine Operation eines Bandscheibenvorfalles dauert in der Regel nicht mehr als eine Stunde. Manchmal gibt es aber Verzögerungen in der Vorbereitung des Operationssaales oder der Eingriff gestaltet sich etwas anspruchsvoller als erwartet. In dem Fall wird der Operateur trotzdem in Ruhe die Operation mit maximaler Patientensicherheit zu Ende bringen. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Ihre Operation verschoben werden muss.

Rechtzeitig vor Beginn Ihrer Operation werden Sie in die Operationsabteilung gebracht. Das heisst, das Pflegepersonal zieht Ihnen ein spezielles Hemd an und begleitet Sie in den Wartebereich. Hier bitten wir Sie um etwas Geduld bis Sie zur OP-Schleuse gebracht werden. Dort werden Sie auf den fahrbaren Operationstisch umgebettet. Von dort aus fahren Sie durch den Operationstrakt in die Narkosevorbereitung. Dort begrüßt Sie das Anästhesie-Team. Man trifft noch einige Vorbereitungen und leitet die Narkose ein – so wie am Vortag besprochen.

Die meisten Patienten erinnern sich nach der Operation erst wieder an die Zeit im Aufwachraum. Im OP-Trakt gelegen erfolgt dort die Überwachung nach jeder Operation/Narkose. Danach können Sie verlegt werden; entweder zurück auf die Normalstation, auf eine Überwachungsstation oder auf eine Intensivstation. Die Entscheidung darüber, wo die unmittelbare weitere Behandlung stattfindet, ist abhängig von der Schwere des Eingriffs. Zur Sicherheit werden nahezu alle Patient*innen mit Operationen am Gehirn auf einer Intensivstation zumindest für eine Nacht überwacht. Vielfach sind Sie dann zwar schon wieder wach und ansprechbar, aber zur schnellen Erkennung und Behebung von möglichen Problemen ist die intensive Beobachtung wichtig. Die postoperative Behandlung umfasst immer auch die Schmerztherapie (Wundschmerzen), die Begutachtung der Wunde, sowie ggf. Computertomographie oder MRT zur Beurteilung des Befundes nach dem Eingriff. Zudem umfasst sie die Prophylaxe von Thrombosen und sonstigen Komplikationen. Und natürlich auch die Kommunikation mit Ihnen oder Ihren Angehörigen über den Verlauf der OP und die weiteren Heilungsschritte. Bei Bedarf ziehen wir Physiotherapeut*innen und Logopäd*innen, Psychoonkolog*innen und andere Spezialiste*innen hinzu.

Ihr Operateur entscheidet nach dem Eingriff auch über den Zeitpunkt der Gabe von Blutverdünnern und anderen zuvor eingenommenen Medikamenten.

Die Länge des stationären Aufenthaltes ist variabel, weil alle Menschen verschieden sind. Im Durchschnitt bleiben die meisten Patient*innen nach einer Operation an der Wirbelsäule einige Tage im Krankenhaus. Nach einer komplexen Operation am Kopf oder wenn sich die Mobilisation aus anderen Gründen langsamer gestaltet, wird der Aufenthalt länger sein. Letztendlich legen wir den Entlassungstag gemeinsam mit Ihnen fest. Sie sollen erst wieder nach Hause, wenn Sie sich sicher fühlen und gewährleistet ist, dass Sie dort auch zurechtkommen. Unsere Pflegefachkräfte, Physio- und Ergotherapeut*innen und unser Sozialdienst unterstützen Sie dabei. Für manche Patient*innen ist eine Anschlussheilbehandlung (AHB) sinnvoll, die ebenfalls von unserem Sozialdienst organisiert wird.

Am Entlassungstag erhalten Sie von uns eine Bestätigung über Ihren stationären Aufenthalt und einen vorläufigen Arztbrief, welcher später nochmals in endgültiger Fassung an Ihren Hausarzt geschickt wird. Sofern nicht direkt eine Rehabilitation im Anschluss vorgesehen ist, übernimmt die weitere Verschreibung von Medikamenten und die Krankschreibung Ihr Hausarzt.

Dieser kann nach Absprache auch Wundfäden entfernen, wenn dies nicht schon im Krankenhaus erfolgt. Die spezifische Weiterbehandlung bzw. postoperative Kontrolle durch uns erfolgt im MVZ Neurochirurgie.